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Als
einziger der fünf Museumsbauten auf der Museumsinsel ist Stülers
Neues Museum bis heute Kriegsruine.
Anders als die wiederhergestellten Museen verkörpert die Ruine des
Neuen Museums in eindrücklicher Weise
dessen Geschichte und Verfall. Dabei ist der Grad der Zerstörung
des Hauses sehr uneinheitlich. Der
Südostrisalit und der gesamte Nordwestflügel des Gebäudes
sind vollständig zerstört. Neben erhaltenen
Innenräumen mit raffinierten Oberflächen bis hin zu Wandbildzyklen
finden sich Bauteile wie die Treppenhalle,
deren nackte Ziegelmauern einen erschütternden Leerraum umschließen.
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Die Kraft der Ruine schöpft nicht zuletzt aus der Exposition der Ziegelvolumen, die sich nicht nur mit dem Wissen um die Geschichte
des Hauses einprägen, sondern auch aufgrund ihres italisierenden Reflexes der klassischen Ruine.
Der Wiederaufbau des Neuen Museums bedeutet, die historische Bausubstanz der
Ruine zu sichern, zu restaurieren und zusammen mit den Ergänzungen zu einem ganzen Haus zu vervollständigen.
Die Restaurierung erhält und stärkt das Erhaltene. Der Entwurf nutzt das Erhaltene, gibt ihm den Gebäudekontext
wieder und ergänzt das Haus, so dass es wie vor seiner Zerstörung den herausragenden Sammlungen des Ägyptischen
Museums und des Museums für Vor- und Frühgeschichte angemessene Ausstellungsräume bietet.
Neu und Alt bleiben dabei authentisch, sind jedoch einander verständlich
und nicht exotisch. Das architektonische Thema ist hier weniger der Kontrast als die Kontinuität. Die Sorge gilt
nicht so sehr der Grenze als dem Übergang. Der Wiederaufbau des Neuen Museums soll einer enthistorisierenden Rekonstruktion
ebenso entgehen wie einer romantisierenden Alt-Neu-Rhetorik oder der Monumentalisierung seiner Zerstörung.
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