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Der Wiederaufbau und die Restaurierung der erhaltenen Ruine des Neuen Museums
auf der Museumsinsel in Berlin ist zweifellos eines der bedeutendsten Vorhaben
dieser Art in Europa. Mit Eintragung in die Liste des Weltkulturerbes und dem
geplanten Restaurierungsprogramm für das Ensemble der "Akropolis des
Nordens", ist die Bedeutung der Gebäude und ihrer Sammlungen als Kulturgut festgeschrieben.
Wiederaufbauplanung und Restaurierungskonzept unterliegen gleichermaßen
einer soliden wissenschaftlich und intellektuell fundierten
Bewertungsgrundlage, vergleichbar mit hochrangigen Dokumenten wie der ICOMOS-Chartas
von Venedig. Die auf der Museumsinsel vorgefundene Situation
ist jedoch so einzigartig, dass darüber hinausgehende, verfeinerte Ansätze
entwickelt werden mussten um ihr gerecht zu werden. |
Diese sind in drei entscheidenden Papieren niedergelegt: dem "Denkmalpflegerischen
Leitfaden" (11. Februar 1999) mit der Festlegung der wesentlichen restauratorischen
Zielstellungen, und den Planungsdokumenten: "Restaurierungsstrategie" (16.
September 1999) und "Restaurierungskonzept" (20. Oktober 2000), zur
Festlegung der restauratorischen Lösungsansätze für alle Räume
und Bauteile.
Das Neue Museum ist ein Gebäude mit vier Vollgeschossen (Ebene 1-4), bestehend
aus einem Untergeschoss (Ebene 0), dem Erdgeschoss (Ebene 1) und drei Obergeschossen
(Ebene 2-4). Die Hauptnutzung bilden Präsentationsflächen für
Ausstellungen der Ägyptischen Kunst und der
Vor-
und Frühgeschichte. In Ebene 1 sind die zentralen Eingangs-
und Servicebereiche mit Museumsladen, Besuchergarderobe, Kassen und Information
angeordnet, im gleichen Geschoss befindet sich ein Besuchercafé. Die Ebene
0
wird ebenfalls für Ausstellungszwecke genutzt und ist Bestandteil der Archäologischen
Promenade, die im Norden das Pergamonmuseum, im Süden das Alte Museum anbindet.
In Ebene –1/0 verlaufen an der West-, Ost- und Nordseite Wartungs- und
Installationsgänge,
im Nordosten ist die unterirdische Technikzentrale angelagert. Über dem
Technikrohrgang
Ost, der Technikzentrale und südlich des Gebäudes werden die historischen
Kolonnaden
wiedererrichtet. Die Ebene 4 enthält Arbeits- und Besprechungsräume,
Sozialbereiche
für Personal und Mitarbeiter, Lagerflächen sowie die Hauptlüfter-
und Entrauchungszentralen.
Für den Wiederaufbau des Neuen Museums werden Leistungen mit den folgenden
Schwerpunkten zur Ausschreibung kommen:
- Bauleistungen des Hochbaus mit hohen Anforderungen an die Qualität,
Sorgfalt und Präzision der handwerklichen Ausführung.
- Ausführungsleistungen im Bereich der Restaurierung, die aufgrund der
erzielten Planungstiefe umfassend, stilbildend und nahezu abschließend
beschrieben sind, mit sehr hohen Anforderungen an die Qualifikation des Restaurators.
- Baukünstlerische Leistungen für Restaurierungsmaßnahmen an
Baukunstwerken, die nicht abschließend beschrieben werden können,
mit sehr hohen Anforderungen an die künstlerische/technische Qualifikation
des Restaurators.
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